Warum du keine neue Kamera brauchst

Jeder der leidenschaftlich fotografiert, kennt es. Man sieht in einer Werbung die neuste und beste Kamera die es jemals gegeben hat, im gleichen Zuge wie jemand neue Funktionen einer nie da gewesenen Technik erklärt. DAS IST DIE ZUKUNFT!

Jetzt mit noch mehr Auflösung, jetzt noch viel einfacher Funktionen einstellen, jetzt noch viel schneller einen Look erzeugen und das schon in der Kamera. Wer keine Werbung sieht oder beim Stöbern darauf stößt, der wird spätestens dann darauf aufmerksam, wenn er ein wirklich gutes Foto auf einem Instagram Kanal entdeckt und sich fragt „wie hat er/sie wohl dieses Foto gemacht?“

Es ist absolut nicht zu unterschätzen was diese Werbungen für Gedankenmuster entstehen lassen. Sie lösen oft sehr vereinfacht ausgedrückt folgendes aus: „Wenn ich diese Kamera auch kaufe, werden meine Fotos genau so gut“. Und ich gebe zu, ich erwische mich selbst manchmal dabei wie ich denke, ich muss genau wissen was die/der da benutzt hat, dann kann ich daraus meine eigene Idee entwickeln. Bullshit! Warum du keine neue Kamera brauchst, erkläre ich im nächsten Abschnitt.  

Ohne zu dick auftragen zu wollen, aber erinnert euch doch mal an die Fotograf*innen, die vor Jahrzehnten den Grundstein der Fotografie gesetzt haben. Wo der Unterschied zu heute ist, ist mittlerweile jedem klar. Damals: Man legte einen Film ein und da man je Film nur eine begrenzte Anzahl Bilder zur Verfügung hatte, musste man mit Bedacht fotografieren. Das war vielleicht nicht der Fall wenn man es sich leisten konnte nicht darauf zu achten, vergesst jedoch nicht, dass auch dieser Film erst mal entwickelt werden musste um später sehen zu können, welche der Aufnahmen zu gebrauchen sind. Man hat sich also -grob gesagt- ohnehin mehr damit beschäftigt WIE man fotografiert als WOMIT. 

Es gab sehr wahrscheinlich auch immer besser werdende Kameras mit mehr Funktionen, aber selbst die beste Analogkamera von „früher“  kann im Technik-Vergleich mit der aktuellsten Kameratechnik von heute nicht mithalten. Die Frage die sich mir hier stellt ist, sind unsere Ergebnisse wirklich eindrucksvoller, um nicht „besser“ zu sagen, als die der Fotografien aus der „früheren Zeit“? Ich finde in einer Bilderflut der aktuellen Zeit viele eindrucksvolle neue Bilder und Fotografen aber noch viel mehr schlechte, Foto-Technik-Nerds die den Drang verspüren über ihr neues Equipment reden zu wollen. Ist das wirklich wichtig um seine Ergebnisse einen Schritt voran zu bringen? Hat jemals jemand da draußen sich DAS Equipment gekauft und dann schlagartig beeindruckende Fotos produziert? Ich habe zumindest noch nie davon gehört. Es ist irgendwie die Hoffnung der Personen, dass die neueste Technik, die eigenen Zweifel überdeckt und „irgendwie schon für mich was gutes hinbekommt.“

 

Nichts gegen Spontanität, nichts gegen einfach mal Machen oder planloses Ausprobieren. All das ist enorm wichtig. Auch verschiedene Techniken kennenzulernen ist sicherlich sehr hilfreich wenn man eine Vision, oder Idee hat die man umsetzen möchte. Genau das ist es, genau das! Die Idee für ein Foto, der Gedanke, das Konzept, die Vision, all das sind Dinge die vor dem Drücken des Auslösers gefühlt und vorbereitet sein müssen. Eine Emotion zu Ende fühlen, einen Gedanken vollständig in die Tat umsetzen! 

 

 

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