Wie du nicht mehr peinlich bist und ernst genommen wirst! Teil 2/2

„Wie du nicht mehr peinlich bist und ernst genommen wirst.“ Ich gebe zu, die Überschrift ist natürlich schon sehr reißerisch. Klingt ein bisschen nach einer Mischung aus Anleitung und meiner überheblichen Auffassung, die Dinge bewerten zu können. Niemand ist fehlerfrei, wir alle haben Macken und peinliche Seiten an uns. So viel vorab.

Aber jetzt mal ehrlich: Scheichografie, Sonnenschein-Fotostudio, Blende69 Portraitstudio und alle seltsamen Ausartungen von Fotografennamen die es gibt, schämt ihr euch eigentlich nicht? Mich interessiert wirklich was die Person, die für solche Namen verantwortlich ist, sich dabei gedacht hat. War das wohl so „Och, das ist aber jetzt mal ein toller Name, den muss ich mir geben.“? Wie es auch immer gewesen sein mag – Nein nein, das ist weder toll noch ist es irgendwie sinnvoll.

„Ja, aber woran misst du denn ob etwas sinnvoll oder toll ist? Das kann doch jeder selbst entscheiden.“

Ja, natürlich kann das jeder selbst entscheiden. Woran ich persönlich das trotzdem messe? Ich schaue mir das Portfolio der entsprechenden Person/Studios an und sehe absolut niedrigstes Niveau bis hin zur ausgereiften Photoshop-Vergewaltigung in den Bildern. Zudem kenne ich keinen einzigen Fotografen, der jemals mit einem besonders fancy gewählten Namen Erfolg oder Aufmerksamkeit geschaffen hat.

Alle Fotografen die ich kenne, die vielleicht mal ein Buch oder ähnliches produziert haben, verschonten ihren Namen vor der Vergewaltigung durch Peinlichkeit. Das war eigentlich nie in und wird vermutlich auch nie in sein besonders coole Namen zu tragen! Reicht es nicht einfach seinen Namen zu nutzen? Ich möchte als Fotograf zumindest etwas ernst genommen werden. Wäre ich eine Firma die Kaugummis verkauft, so würde ich mir vermutlich einen ganz besonders verrückten Namen ausdenken aber muss man als Fotograf wirklich so verrückt wie möglich klingen, anstatt mit seinen Fotos aufzufallen?

Peinlich, sehr peinlich! –  Liebes Hobbymodel…

Und dann gibt es noch die Kategorie „Hobbymodel“. Keineswegs möchte ich diese pauschal schlecht reden oder verurteilen. Fast alle meine Fotos habe ich bisher mit Laienmodels gemacht. Aber muss man sich wirklich TeufelsschwanzjägerinDesUntergrundsMitPerlenKette_1988 nennen? Muss mein Name wirklich coole Fremdsprachen tragen um sich von meinem realen Namen abzuheben? Ich bin mir auch bei „Vorname Nachname – Hobbymodel“ als Facebook Namen nicht sicher, ob das wirklich toll wirkt. Ich verstehe natürlich trotzdem, dass man seine private Facebook Seite von der Hobby- oder Berufsseite getrennt halten möchte. Eine gute Lösung dafür fehlt mir ehrlich gesagt auch.

Fotografen sind immer Profis! Nur weil ihr Neidisch seid?! 

Dann gibt es noch die Fotografen, die nichts vorzuweisen haben, ein durchweg lächerlich schlechtes Portfolio vorweisen, aber in Diskussionen und bei Bildbewertungen überall ganz vorne mit dabei sind. Die Lautesten der Lautesten, immer präsent. Es ist schon einzigartig wie diese Szene von Fotografen überlaufen ist, die sich selbst überschätzen und dabei gnadenlos blind für ihre eigene Unfähigkeit sind. Wie soll man sich denn auch selbst reflektieren zwischen Selbstinszinierung und dem hoffentlich besten Posting des Tages? Was ich noch viel viel schlimmer finde sind jene Fotografen in nachfolgender Beschreibung. Kennt ihr das, wenn ihr mitbekommt dass Fotografen, die absolut räudige Industriehallen Fotos mit nackten Kneipen Gabys gemacht haben, sich so verhalten als gehörten sie zu den ganz großen Kennern der Fotografie dazu? DAS ist für mich so schwer auszuhalten, dass ich nur flüchten möchte wenn ich das mitbekomme. Etwas Bescheidenheit macht sehr sympathisch.

Ich BIN ein guter Fotograf – Geschmäcker sind verschieden, was ist schon ein gutes Foto…?!

Ich glaube ein Weintrinker muss nicht gleich ein guter Winzer sein um einen guten Wein erkennen zu können. Man muss auch nicht der beste Koch sein um zu bewerten ob ein Essen gut schmeckt oder nicht. ABER ich muss wirklich guten Wein getrunken haben, häufig und viel! Ich muss verschiedene Weine getestet haben um sie gut erkennen zu können. Ich muss gutes, hochpreisiges Essen gegessen haben, verschiedene Küchen probiert haben und eine Routine entwickelt haben, um es mir anmaßen zu können dieses zu bewerten. Und genau das macht den Unterschied. Heute geben Fotografen Workshops, die selbst noch mit 35mm junge Mädchen in der untergehenden Sonne fotografieren. Diese machen sich dann aber über andere Fotografen, die auch Workshops geben, lustig ohne zu merken, dass sie genau zu der gleichen Personengruppe gehören.

Der wirklich größte Teil der Fotografen online überschätzt sich maßlos selbst, ist überheblich und nicht empfänglich für Kritik.  Bitte nachfolgendes Statement lesen!

Statement: Auch hier wieder die (eigentlich unnötige) Anmerkung, dass ich immer nur meine persönliche Sicht auf die Dinge beschreibe, die ich empfinde und das für niemanden allgemein gültig sein muss! Mein Blog richtet sich an niemanden persönlich und sollte nicht als beleidigend aufgefasst werden. Auch sehe ich mich nicht als die Person an, die jetzt den Durchblick hat sondern beschreibe nur meine Gefühle zu diesem Thema!<3 

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