Warum du ein schlechtes Model bist!

Clickbait oder echte Tipps? Ich verspreche dir, dass du, wenn du wirklich diese Tipps ernst nimmst ein besseres Model sein kannst und die Zusammenarbeit mit Fotografen besser wird!

Liebe Fotografen,  liebe Hobbymodels. Heute habe ich ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Das Thema „Model sein“ Verbunden mit ein paar wertvollen aber einfachen Tipps will ich euch meine Gedanken zum Thema Model erzählen.

10 Tipps wie du ein besseres Model wirst!
      • Es beginnt wie bei allen Dingen immer bei euch selbst! Machen! Nicht denken! Fangt an Dinge zu tun und euch nicht zu fragen „was wäre wenn“ Probiert es aus! PROBIERT ES AUS! Was bringt das ganze Nachdenken wenn man am Ende vor lauter Nachdenken das Tun vergisst? Schade aber ich gehöre auch zu den dummen Denkern die alles durchdenken und dann doch sitzen bleiben und sich dann eine Tüte Chips öffnet und Netflix schaut. ­
      • Üben, ja klingt voll langweilig ey, sag mir lieber wie ich ganz schnell gut aussehen kann. Die Antwort ist, gar nicht! Du musst üben und zwar nicht irgendwie üben indem man sich Fotos oder nur ein paar Posen ansieht. Üben vielleicht vor dem Spiegel vielleicht mit dem Selbstauslöser, lernen sich nicht mehr vor sich selbst zu schämen oder es komisch zu finden sich selbst so zu sehen. Es gilt auch verschiedene Gesichtsausdrücke zu üben. Versuch so viele Dinge wie nur möglich auszuprobieren um festzustellen, was dir an dir gefällt. Grimassen können helfen das Gesicht etwas zu lockern und zu spüren was in unserem Gesicht alles für Muskeln vorhanden sind. Es geht nicht darum einen Sport daraus zu machen im Gegenteil, es geht nur um die Wahrnehmung dessen was man tut wenn man vor der Kamera steht. Und vor dem Spiegel üben heißt nicht einmalig 5 min davorstehen. Probiert regelmäßig verschiedene Dinge aus.
      • Posingsicher werden. Auch ein langweiliger aber sehr sehr wichtiger Tipp. Die meisten Frauen die ich bisher für meine freien Arbeiten fotografiert habe, sind nicht posingsicher gewesen. (keine Schande!) Sie hatten kein Repertoire anzubieten. Der Gedanke, den Amateur Models oft haben ist „der Fotograf sagt mir schon was ich tun muss“. Liebe Models, wir sind Fotografen geworden keine Models. Natürlich wissen wir oft was gut aussieht, natürlich wissen wir bei genau geplanten Shootings wie wir möchten, dass ihr wirkt, natürlich haben wir viele Menschen fotografiert und können uns deshalb vorstellen welche Posen gut passen. Aber stellt euch mal vor ihr seid Architekt, ein Kunde kommt rein und sagt euch „ich will ein geiles Haus, groß, schön und günstig, mach was fertig, bis später“ Vielleicht nicht das beste Beispiel aber zur Verdeutlichung, selbst der Architekt (Fotograf) muss eine grobe Richtung (Repertoire/Posen) vom Kunden (Model) vorgegeben bekommen bspw: Farbe, wie viele Räume wie groß, wie viele Etagen, Stil, Bauart, Material usw. (Repertoire). Wie fotografiert ein Fotograf? Nehmt ihr wahr, dass er nur sehr selten den Auslöser betätigt? Drückt er hunderte mal auf den Auslöser? Versucht einen flow zu finden um mit dem Fotografen gemeinsam gute Ergebnisse zu erzielen. Bsp: Klick Klick Klick (Pose wechseln), Klick Klick Klick (Pose wechseln) usw.
      • Es fängt beim Kontakt an. Nichts ist unbeliebter als eine dumme Anfrage! „Deine Fotos gefallen mir, hast du Bock mit mir zu shooten?“ Keine Seltenheit, eher die Regel (auch keine Schande). Denkt dran, dass der erste Kontakt auch einen Eindruck hinterlässt. Gebt euch Mühe bei der ersten Anfrage auch wenn der Fotograf vielleicht nicht der beste Fotograf ist, er wird sich erstens darüber freuen und zweitens ist es kein Aufwand sich für drei oder vier Sätze eine nette Formulierung zu überlegen. Damit ich auch nicht nur klugschnacke, gebe ich euch ein Beispiel wie man eine Anfrage für ein Shooting verfassen könnte. Hallo Fotograf, ich bin Name und würde gerne ein TFP-Shooting mit dir umsetzen. An deiner Arbeit gefällt mir besonders, dass …….. deshalb kann ich mir gut vorstellen ein Shooting mit dir zu haben. Meine bisherigen Erfahrungen findest du auf ……… im Anhang füge ich dir meine aktuellsten Polas ein und mein aktuellstes Bild aus dem Shooting mit Fotograf. Folgende Bildidee möchte ich mit dir umsetzen …….. meine Aufnahmebereiche umfassen ………. Bei einer Zusammenarbeit sind mir folgende Dinge wichtig. Möglicher Zeitraum für die Aufnahmen wäre für mich ……..Datum. Bei der Veröffentlichung der Bilder ist mir X,Y wichtig. Viele Grüße ….. Model – Ist das zu viel? Zu schwer? Ich finde nicht! *Notiz: Natürlich muss man nicht alles auf ein mal losschicken, vieles entwickelt sich im Gespräch!
      • Zuverlässigkeit. Nichts ist abturnender als ein Model, das wenige Minuten vor dem Shooting anruft um zu sagen, dass gerade etwas ganz schlimmes passiert ist und das Shooting deshalb nicht mehr stattfinden kann. Ja, es kann wirklich immer mal passieren, dass etwas dazwischenkommt aber es ist die Priorisierung von Dingen. Welche Wichtigkeit hat für euch ein Fotoshooting mit einem Fotografen, der sich einen Tag freihält um Aufnahmen zu machen, die ihn evtl weiterbringen oder ihm einfach nur Spaß machen? Also seid fair, macht euch vorher genügend Gedanken um nicht kurzfristig absagen zu müssen. (Klingt wie eine pauschale Unterstellung, ist aber gar nicht so gemeint)
      • Mein Freund hat glaub ich was dagegen, dass …. oh oh oh, an alle Amateurmodels: sprecht mit eurem Freund, sagt ihm genau was ihr plant, macht alles vorher klar, nehmt ihn mit zum Shooting, zeigt ihm was ihr da macht und wie sowas abläuft aber bitte hinterher einen sauberen Kontakt hinterlassen und privates privat lassen. Der Fotograf muss nichts von Eifersucht oder Dramen mitbekommen. Dafür ist er nicht da. Ja sowas erspart man sich, wenn man ein professionelles Model bucht oder ein paar Tricks auf Lager hat. Dazu aber in einem anderen Blogeintrag mehr! Wichtig für dich, fotografiere nur die Aufnahmebereiche die du vorher abgeklärt hast, fotografier nur die Aufnahmebereiche die du stressfrei vertreten kannst (LANGFRISTIG). Geht bitte immer pauschal davon aus, dass ihr Fotos macht, die für immer öffentlich sein könnten! Wer sich damit nicht abfinden kann, der sollte besser kein Fotoshooting mit öffentlichen Ergebnissen machen.
      • Diskretion – der andere Fotograf, ja der war richtig ekelig der hat immer …. usw. Diese Geschichten können zum totlachen sein und gleichzeitig kann es auch zeigen, dass man nicht diskret ist. Der Fotograf bekommt das Bild vermittelt, dass das Model gerne negativ über Dinge berichtet, das macht sich nicht gut und schädigt zudem noch die Atmosphäre. Ich muss aber auch ehrlicherweise sagen, dass es durchaus Situationen gibt in denen man sich herzhaft darüber amüsieren kann, sofern die Chemie stimmt, man sich wirklich sehr gut versteht und das Ganze sich im Verlauf eines Gespräches ergibt. Grundsätzlich ist aber davon abzuraten. Es ist sinnvoller dem Fotografen das ehrliche Feedback zu geben was man hinterher als witzige Story verpackt anderen auftischen würde! Jeder macht mal einen Fehler, das darf man nicht vergessen. Es gibt sicherlich da draußen eine Menge Fotografen die nicht unbedingt Fotograf sein sollten aber es gibt sicherlich genau so viele Models die nicht Models sein sollten. (kleiner Moraltipp)
      • POLAS: Was ist das denn? Polaroids? Kennt ihr alle oder? Diese Kamera bei der man nach dem Draufdrücken ein Foto vorne raus zieht und das dann fast fertig anzusehen ist. Polas sind vor allem aktuelle Aufnahmen des Models die das Model bei ganz einfachem Licht vor neutralem Hintergrund in verschiedenen Einstellungen zeigen. Dabei wichtig figurbetonte Kleidung zu tragen. Es gilt einen möglichst neutralen und echten Eindruck abzugeben, damit man dich einschätzen kann. Für Fotos in Unterwäsche oder Bademode gilt natürlich die Polas in entsprechender Kleidung zu fotografieren. Es gibt keine allgemein gültige Vorgabe für Polas, es kommt immer auf den Bereich an für den man fotografiert werden möchte/soll, eine beispielhafte Erklärung dazu hier: Fotos vor weißer Wand, Portrait + Profil, Ganzkörperaufnahme, Gesicht nah, Hände neben das Gesicht. Evtl auch ein Portrait + Gesicht hinzufügen auf dem man lacht. Es gibt unendlich verschiedene Varianten wie man das gestalten kann. Es kommt drauf an (der gehasste Satz). Wichtig ist ungeschminkt und nicht frisiert.
      • Vermeide es Bilder hochzuladen oder zu produzieren, die dich so zeigen, wie du gar nicht wahrgenommen werden willst. Der absolute Klassiker ist eine Frau lässt sich freizügig, stillos in einer Industrieruine oder einem verlassenen Gebäude fotografieren und lädt diese Fotos hoch. Fotos sind mittelmäßig bearbeitet und als Pose dienten bei den Fotos alle NoGos der Modelposen im Billigsegment. Die Person freut sich wegen mangelnder Selbsteinschätzung und fehlender Expertise über die Fotos und sieht sich selbst in einer großartigen Szenerie die classy und professionell zugleich wirken. Die Bilder wirken aber oft einfach nur billig, sehr schmuddelig und technisch einfach nur ranzig. Ja Geschmäcker sind verschieden aber ich glaube ab einem bestimmten Niveau braucht man sich nicht mehr darüber zu streiten was geht und was nicht geht. Evtl kann auch eine Industrieruine…ach ne lassen wir das! Also Mädels und Jungens, lasst euch nur so fotografieren wie ihr selbst wahrgenommen werden wollt. Vermeidet aber bitte auch NoGos, ich zähle absichtlich keine auf, damit das jeder für sich selbst definieren kann.
      • Das ewig gehasste Thema Geld, ich habe neulich mit einer Person geschrieben die um eine ehrliche Meinung zu den angefertigten Fotos von der Person gebeten hat. Ein Hobbymodel mit eben genau den Aufnahmen aus dem oben genannten Genre mit der passenden Location (Industrieruine). Es ist tatsächlich irgendwie so einfach und schwer zugleich. You always get what you deserve. Das klingt so dumm und macht mich verrückt weil es einfach schon wieder zu einfach ist! Ja du ziehst das an was du ausstrahlst. Ein Mann in einem teuren Sportauto bekommt in der Regel die Frauen die auf genau diesen Typ Mann stehen. (Damit verurteile ich weder Männer noch Frauen die auf Sportautos oder Partner stehen die ein Sportauto besitzen noch verurteile ich Sportautos) Eine Frau die wie eine Businesslady aussieht zieht in der Regel auch die Männer an die auf diesen Stil stehen. Was ich sagen will ist, bereite dich ein mal gut vor und das Ganze nimmt seinen Lauf. Was hat das jetzt mit Geld zu tun? Folgendes, wenn du im Umfeld keinen sehr guten Fotografen hast der dir Fotos auf TFP Basis macht oder einen Fotografen der sehr gut abschätzen kann wie du fotografiert werden musst, damit du die Wirkung erzielst, die du erzielen möchtest, dann nimm das Geld in die Hand und geh zu einem Fotografen der ein ansprechendes Portfolio hat und dich gut berät. Das Resultat? Schöne Bilder? Nein! Das Resultat ist viel größer, nämlich, dass du eine Reihe von Bildern bekommst, die genau deine gewünschte Wirkung erzielen. Hört sich zu abstrakt an? Dann erkläre ich es dir noch mal genauer. Wenn du aussiehst wie ein wirklich gutes Model, dir Mühe gegeben hast und der Fotograf ganze Arbeit geleistet hat, dann sortieren sich deine Shootinganfragen in der Regel von ganz alleine so aus, dass dich auch Fotografen „buchen“ wollen, die dir ähnlich gute Fotos bieten können um deine Sedcard zu erweitern. Natürlich sind immer mal Fotografen dabei, die sich selbst etwas höher positionieren aber es sei ihnen verziehen, die wollen doch auch nur mal ein tolles Model fotografieren.

WICHTIGE ANMERKUNG: Dieser Blogeintrag spiegelt nur meine ganz persönliche Meinung zum Thema „Model sein“ wieder und muss nicht für dich zutreffen. Deine Meinung ist mir wichtig aber wir müssen nicht einer Meinung sein. Ich würde mich dennoch riesig freuen, wenn du mir deine Gedanken zu diesem Thema mitteilst.
Für diesen Blog habe ich sehr viele Stunden geschrieben und gearbeitet. Wenn ihr mich unterstützten wollt, dann lasst mir Feedback da oder schickt mir Schokolade und Bücher! <3 Ein echtes Feedback freut mich allerdings am meisten! In Liebe, euer Dave!

13 Comments

  1. Serkan Oez. 15. November 2016 at 2:25

    Absolut gut geschrieben.In meinem „Hobbybereich“ ist es schon eine Seltenheit,das sich die Modelle Mühe geben.Der Gedanke „Fotograf macht das schon“ist irgendwie in den Köpfen fest eingebrannt.Es ist eher selten Personen zu finden die sich auch Mühe geben,oder was dafür tun wollen.Wenn ich mir vorstelle wieviel Arbeit auch andere Fotografen haben,kann ich es verstehen das diese auch irgendwann einfach keine Lust mehr haben,und sich nur noch die Modelle nehmen die ihr Portfolio bereichern.Ausser Charakter Portraits funktioniert es nur mit wirklichen Fotogenen Menschen.Zudem werden viele auch geblendet von viel Bearbeitung(Ps)etc und meinen man könnte alles gerade biegen.Sööööö……egal…….
    Dein Text war Klasse und trifft den Nagel auf dem Kopf.
    Mfg Freihandfotografie Wuppertal aka Serkan Oez.

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    1. david 15. November 2016 at 19:48

      Serkan, danke dir man! Freut mich wirklich und ja ich sehe das auch so aber das ist auch ein generelles Problem bei Hobbyfotografie und Hobbymodels

      Reply
  2. Reki 15. November 2016 at 19:41

    Toller Blogeintrag 🙂 Ich mag vor allem, dass du trotz deiner eigenen Meinung, die du hier vertrittst, noch sehr differenziert schreibst 🙂 Ich stimme dir in den meisten Punkten zu und hoffe, dass sich das viele Modelle zu Herzen nehmen und daran wachsen 🙂

    Reply
    1. david 15. November 2016 at 19:47

      Hey Reki, danke für dein nettes Feedback, das freut mich wirklich sehr!

      Reply
    1. david 9. Februar 2017 at 17:36

      Liebend gern!

      Reply
    1. david 9. Februar 2017 at 17:36

      Danke! 🙂

      Reply
  3. Mark 6. Februar 2017 at 17:19

    Danke, super Beitrag!!

    Reply
    1. david 9. Februar 2017 at 17:36

      Vielen Dank!

      Reply
  4. Lisa 2. Juli 2017 at 19:35

    Der Eintrag ist wirklich toll! Ich selbst bin noch nicht so lange hinter der Kamera und sammel gerade meine ersten Erfahrungen mit (Hobby)models und anderen Fotografen. Aber es ist natürlich wichtig, dass sich beide Seiten mühe geben. Gerade vor der Kamera ist es doch etwas mehr als sich nur hin zu stellen und den Fotografen zaubern zu lassen. Letzte Woche habe ich mich mal selbst vor die Kamera gestellt um einfach zu sehen, wie es auf der anderen Seite ist. Und ich muss sagen: es war wirklich anstrengend.
    Darum ist so ein kleiner Leitfaden für die Models gar nicht so verkehrt. Wobei für Fotografen wäre das vielleicht auch mal eine gute Idee. 😉
    Vielen Dank für deine wahren Worte =)

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    1. david 12. Juli 2017 at 11:55

      Hey Lisa, vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich, dass der Beitrag dir gefällt. Ehrliche Worte sind wichtig wenn man sich entwickeln will 🙂

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  5. Sophie 6. Januar 2018 at 1:43

    Super beitrag! Weiter so

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